BEET-GEFLÜSTER.

Von Ursula.

Die Wahrheit ist, dass mich die Beziehungen meiner Freunde und Verwandten schon immer interessierten. Wer mit wem, warum, wie lange, war nicht nur in meiner Jugend abendfüllendes Thema, auch heute bin ich noch ganz aufgeregt, wenn einer meiner alleinstehenden Freunde oder deren Kinder einen Partner kennen lernt.
Nicht weniger spannend finde ich die Beetgeschichten unserer  blühenden, duftenden und grünenden Freunde. Denn auch da gibt’s die tollsten Stories. Manche treibens richtig bunt, andere schließen den Bund fürs Leben, einige führen ein Solisten-Dasein und dann gibt’s welche, die können prinzipiell nicht miteinander.  Auch bei Blumen und Sträuchern gibt es die Unverbesserlichen, die es immer wieder mitsammen versuchen, um nach einigen Jahren festzustellen, dass es einfach nicht klappt.

So wie im echten Leben!

Was ich mir bei meinen menschlichen Freunden schon längst nicht mehr erlaube, betreibe ich mit Wonne bei meinen Pflanzen: ich schlüpfe in die Rolle der Kupplerin, bereite ihnen ein Beet und beobachte, wie sie sich austoben, vertragen, vermehren, ergänzen. Manchmal aber mische ich mich auch ein, wenn ein anderer Partner viel besser zu ihnen passen würde.

Meine Freundin Ulli hat beschlossen ihr – bisher ungestaltetes Gärtchen – auf Vordermann zu bringen. Sie liebt Blumen, kennt sich aber nicht sehr gut damit aus. Und ich darf jetzt meine Weisheiten und Erfahrungen dazu beisteuern.
So entstand die Idee, daraus eine Blog-Story zu machen.

Der Beginn einer Romanze

Ulli konnte mir die Frage nicht beantworten, welche Blumen sie gerne in ihrem Gärtchen haben möchte. Sie weiß zwar, welche ihr gefallen, kennt die meisten aber nicht mit ihrem Namen.

Schritt 1:

Ich besorge einen Pflanzenkatalog und krame meine Gartenbücher hervor. Bei unserem nächsten Treffen kann meine Freundin in Ruhe blättern und schauen, was ihr gefällt. Ein buntes Durcheinander, oder ähnliche Farbtöne, struppige Gesellen oder zierliche Elfchen?

Schritt 2:

Nachdem die Lieblingspflanzen und – farben feststehen, stellt sich die Frage: wer passt zu wem?  Jetzt in den langen Winterwochen haben wir genügend Zeit, die richtigen Traumpaare zusammenzustellen. Am besten vergleicht man die Farben, Blüten- und Blattformen und schaut, ob sie optisch gut zusammenpassen. Hat man seine Dream-Teams ausgewählt, kommt

Schritt 3:

Jetzt ist es Zeit, eine Tabelle zu erstellen. Ich lege einen Raster an. Senkrecht schreibe ich die Pflanzen-Favoriten von Ulli, waagrecht die Monate von März bis November. Und nun wird akribisch die Blütezeit jeder einzelnen Pflanze eingetragen. Und schon haben wir einen Überblick, ob unser Garten die ganze Saison über erblüht oder farb- und duftlose Monate dazwischen sind. Unser Wissen holen wir uns aus dem Pflanzenkatalog, den Gartenbüchern oder dem Internet. Eh klar!

Und beim genauen recherchieren entdecken wir mit Sicherheit weitere Blümchen, die unbedingt dabei sein müssen.

Schritt 4:

Der kleine Gartenarchitekt!

Zum Entsetzen von Ulli beginne ich auf einem Millimeterpapier die Größe des Gartens zu übertragen. Ich zeichne die Blumeninseln ein, lege die Wiesenfläche fest, und übertrage alles, was bereits im Garten vorhanden ist und bleiben soll. Dazu gehören Bäume, vorhandene Wege, Sträucher, der Brunnen…

Klingt aufwändig und ist es auch! Es macht aber Sinn. Denn so entsteht eine erste Idee, wie es aussehen soll.

In die eingezeichneten Blumeninseln schreibe ich die ausgewählten Ulli-Blumen ein. Und jetzt werden auch die Größen berücksichtigt. Die Kleinen kommen nach vorne, die Großen nach hinten – eigentlich so, wie wir es von unseren alten Klassenaufnahmen kennen.

Wo finden wir all diese Informationen? Richtig, in unseren klugen Unterlagen!

Der virtuelle Garten ist fertig. In der nächsten Ausgabe machen wir weiter. Da heisst es dann: Ärmel hochkrempeln, umgraben, Sparschwein schlachten und ab in die nächste Gärtnerei!


  1. Susanne

    31 Januar

    Reizend geschrieben – warte auf die Fortsetzung!
    Susanne

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